Samstag, 20. Oktober 2018

Keine einfache Lösung am Diemelradweg in Sicht

Tägliche Gefahrensituation zwischen Schwerlastverkehr und Radfahrern

Der Diemelradweg ist als 4-Sterne-Radweg vom ADFC zertifiziert worden und gehört zu Deutschlands schönsten Radwegen. Leider ist das Teilstück am Stadtteil Orpethal vorbei zwischen der Landesgrenze (K91) und der Ortslage Wrexen (L3438) für Radfahrer sehr gefährlich, weil sie im direkten Kontakt zu den zahlreichen LKW stehen. Zählungen der Radfahrer haben sowohl im Mai als auch im Juni 2018 ergeben, dass rund 170 Radfahrer täglich den Diemelradweg an Orpethal vorbei passieren. Gleichzeitig müssen rund 250 LKW am Tag über das gleiche Teilstück zwischen dem Gewerbegebiet Wrexen (Papierindustrie) und der Bundesstraße 7 bzw. der Autobahnauffahrt Marsberg. Dazu kommen die zahlreichen LKW der Speditionen Varlemann und Schwarz. Es handelt sich bei diesem Teilstück des Diemelradweges somit um einen klassischen Autobahnzubringer, der im direkten Konflikt zu den Nutzern des Diemelradweges steht. Hierzu trafen sich jüngst Vertreter der Diemelstädter Gremien mit dem Landtagsabgeordneten Armin Schwarz und Planungsdezernent Ralf Struif von Hessen Mobil bei Orpethal.

Landkreis sichert Unterstützung zu
Aufgrund dieser hohen touristischen Bedeutung und der großen Anzahl an Nutzern hatten die drei Diemelstädter Fraktionen gemeinschaftlich einen Antrag gestellt, der auch in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig angenommen wurde. Ziel dieses Antrages ist es, für das genannte Teilstück ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten, um den Ausbau dieses Radweges mit einer von der Fahrbahn getrennten Fahrspur zu erzielen. Bürgermeister Schröder hatte die gefährliche Situation im Rahmen eines Arbeitsgesprächs in Wiesbaden vorgestellt und auch mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg Kontakt aufgenommen. Zwar haben die politischen Vertreter verschiedener Fraktionen des Landkreises Waldeck-Frankenberg und Landrat Dr. Reinhard Kubat Unterstützung zugesagt und Mittel für den Kreishaushalt im Bereich der Strukturförderung vorgesehen, jedoch lehnt das Land Hessen bisher aufgrund der einschlägigen Regelwerke den Ausbau eines selbständigen Radweges entlang der K91und L3438 ab. Ein Erfordernis zum Ausbau dieses Teilstückes sei nicht gegeben, heißt es in einem Schreiben aus der Zentrale von Hessen Mobil in Wiesbaden.


Konzeption zur Nahmobilität soll Lösungen aufzeigen
Bürgermeister Elmar Schröder ist jedoch mit diesem Ergebnis nicht zufrieden und beabsichtigt eine Konzeption zur Nahmobilität in Diemelstadt in Auftrag zu geben. „Wenn die Regelwerke die Unterstützung des Landes nicht hergeben, müssen wir über eine sogenannte Korridorplanung von einem Fachbüro verschiedene Alternativen untersuchen lassen und Vor- bzw. Nachteile abwägen. In diesem Zusammenhang macht es natürlich auch Sinn, über die gesamte Infrastruktur für Radfahrer innerhalb des Stadtgebietes nachzudenken. Insbesondere die Verbindung aller neun Stadtteile untereinander und zu den drei benachbarten Mittelzentren, aber auch die überörtlichen Anbindungen über die vorhandenen Fernradwege R6 und den Diemelradweg an andere Radverkehrsachsen sind zu untersuchen. Die Nahmobilität hat über die verstärkte Verbreitung von E-Bikes und dem insgesamt zunehmenden Radverkehr im ländlichen Raum eine viel größere Bedeutung erlangt, die wir im Rahmen dieses Nahmobilitätskonzeptes veranschaulichen werden.“, so Bürgermeister Elmar Schröder.


Foto:  Beim Ortstermin am Diemelradweg erläutert BGM Elmar Schröder (Bildmitte) und die Diemelstädter Gremienvertreter dem Landtagsabgeordneten Armin Schwarz (4.v.l.) und Ralf Struif (Planungsdezernent Nordhessen, Hessen Mobil 5.v.r.) die Gefährdungssituation