Ausgrabungen an  der Steinmühle behindert Zeitplan nicht

Planungen des neuen SVG-Autohofes können nun zeitnah fortgeführt werden

Einen großen Schreck bekam Bürgermeister Elmar Schröder, als ihn im vergan­genen Sommer die Meldung vom Landesamt für Denkmalschutz aus Marburg erreichte, dass aufgrund der Funde eines Rhoder Bürgers aus der Zeit des Autobahnbaus eine archäologische Ausgrabung im Bereich des geplanten Gewerbegebiet Steinmühle erforderlich sei. Die öffentlichen Bauleitplanverfahren sind seit 2013 auch in den Jahren 2015 und 2017 mehrfach durch öffentliche Auslegungen und die Beteiligung Träger öffentlicher Belange mit Scoping-Terminen sowie den begleitenden Pressebericht-erstattungen gelaufen. Bis­her war die Meinung des damals zuständigen Archäologen des Landesamtes für Denk­malpflege Dr. Sippel, dass nördlich der Autobahn keine Funde zu erwarten seien. Doch die nun erstmals im Jahr 2019 direkt beim Landesamt für Denkmalschutz vorgelegten Funde erforderten eine Ausgrabung und die Dokumentation der archäologischen Ergebnisse. Nach einem Abstimmungsgespräch zwischen der nun zuständigen Archäologin Dr. Christa Meiborg und Bürgermeister Elmar Schröder im September 2019 erfolgten die ersten Sondageschnitte im Planum auf der Fläche der Zufahrt des Autohofes bereits im Herbst.

In der Zusammenfassung seines Abschluss­berichtes schreibt Dr. Thilo Warneke „Es wurden fünf Pfosten­stellungen und zwei Siedlungsgruben geschnitten und vollständig ausgegraben. Die Pfostenstellungen lassen sich zu keinem sinnvollen Hausgrundriss ergänzen. Das Fundmaterial datiert ins Hoch- bzw. Spätmittelalter. Die aufgefundenen Schlackereste lassen auf eine Verhüttung von Kupfer/Erz schließen.  

Die Siedlungsgruben und die in 2019 in Planum erfassten Strukturen (Grubenhäuser, Sechs-Pfosten-Bau) zeigen, dass die Wüstung Alt-Rhoden sich auf der um 226 m ü NN gelegenen Anhöhe befunden haben muss. Ein Teil der Siedlung wurde beim Bau der BAB 44 bzw. der B 252 undo­kumentiert zerstört. Die nun aufgedeckten Strukturen gehören vermutlich zum Randbe­reich der einstigen Siedlung, der etwa 300 m von der noch erhaltenen Kirche entfernt lag. Ob die in Flurnamen überlieferte Landwehr die einstige nördliche Begrenzung der Siedlung darstellte oder in späterer Zeit gebaut wurde, kann an dieser Stelle nicht be­antwortet werden.“

Nach Prüfung der vorliegenden Ausgrabungsergebnisse teilte Frau Dr. Christa Meiborg der Stadt Diemelstadt nun mit, dass keine weiteren Bedenken gegen die geplante Bebauung im Bereich der derzeitigen Trassenführung vorliegen. „Mit der zügi­gen und qualifizierten Ausgrabung und Dokumentation durch Dr. Thilo Warnecke und den nun vorliegenden Ergebnissen wird unser Zeitplan für den Neubau des SVG-Auto­hof nicht so stark beeinträchtigt, wie ich anfänglich erwartet hatte. Die Kosten von rund 20.000 € liegen deutlich unter der von mir veranschlagten Summe, die ich anhand von Zahlen der Ausgrabung im Bereich der Stadt Marsberg im Haushalt 2020 habe aufnehmen lassen. Nun können die Planungen weiterlau­fen und ich hoffe, dass wir die noch offenen Meilensteine für die Realisierung des wichtigen Projektes auch noch zügig abgearbeitet bekommen.“, so Bürgermeister Elmar Schröder.

Foto: Bereits während der Ausgrabung ließ sich der Magistrat Anfang Februar die Ergebisse  vom Archäologen Dr. Thilo Warnecke (3. v. l.) am geplanten Gewerbepark erläutern.


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