Nordwaldecker Klimaschutzmanager tritt Dienst an


Mit Michael Schäfer hat ein Klimaschutzmanager zum 1. April seinen Dienst angetreten, der für alle vier Nordwaldecker Kommunen gleichermaßen verantwortlich ist, allerdings seinen Dienstort im Bad Arolser Rathaus hat. Für ihn gilt es, im Förderzeitraum der kommenden drei Jahre das Klimaschutzkonzept für Bad Arolsen, Diemelstadt, Twistetal und Volkmarsen mit Leben zu füllen. Noch auf der Suche ist man hingegen nach einem Klimaschutztechniker.


Alle vier Kommunen scharren bereits mit den Hufen, denn das Konzept wurde im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit schon vor zwei Jahren beschlossen. Die komplexen Themen mit vielen Schnittstellen sollen nun endlich angegangen werden. Dafür wurde Michael Schäfer laut Bad Arolsens Bürgermeister Marko Lambion aus einem guten Bewerberfeld ausgewählt. Schäfer ist Wirtschaftswissenschaftler, hat an der Universität Gießen Ressourcenökonomie studiert und hat zuletzt für die Stadt Suhl ein Klimaschutzkonzept geschrieben.


Förderung läuft drei Jahre lang

Die Förderung läuft im Rahmen der Interkommunalen Zusammenarbeit für drei Jahre. In dieser Zeit sollen 14 Maßnahmen umgesetzt werden – immer mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen nach den gesetzlichen Vorgaben des Klimaschutzgesetzes bis zum Jahr 2045 zu neutralisieren. Wenn möglich, sogar schon bis 2027, wie es sich der Landkreis Waldeck-Frankenberg zum Ziel gesetzt hat. Die Schwerpunkte liegen dabei laut Schäfer auf der Kommunikation, der Information und Bildung. Wärme und Mobilität bilden hierbei die zwei größten Posten. Im Vordergrund steht anfangs die Vernetzung mit allen Akteuren aus Gewerbe, Industrie, den Versorgern, dem Landkreis und dem Land Hessen. Dabei startet der Klimaschutzmanager nicht bei Null. Denn in allen vier Kommunen haben sich Mitarbeiter bereits mit dem Klimaschutz beschäftigt.


Gestartet wird überall gleichzeitig

„Ich sehe den Klimaschutz als Chance, als Entwicklungsmöglichkeit und als Ergänzung und Anschub zu positiven Entwicklungen in Lebensqualität und Touristik“, so Schäfer. Weniger Kosten für die Kommunen und eine bessere Luftqualität sollen am Ende ebenso bei der Umsetzung der Maßnahmen herauskommen wie ein besseres Image der Kommunen, deren glaubhaftes Auftreten als Gesundheits- und Erholungsstandort gefördert werden soll. Gestartet werden soll mit individuellen Maßnahmen der vier Nordwaldecker Kommunen und zwei übergreifenden Maßnahmen. Die Umstellung des Wrexer Freibades auf erneuerbare Energien und die Ausstattung der Diemelstädter Kläranlagen, die bereits im Haushalt vorgesehen ist, sind dabei nur zwei Maßnahmenbeispiele, die der Diemelstädter Bürgermeister Andreas Fritz aufzählt.


Kein Überstülpen der Maßnahmen

Ein Überstülpen der Maßnahmen ist dabei laut Schäfer nicht Sinn der Sache. Vielmehr möchte er das Bewusstsein der Bürger schärfen. „Jetzt geht es darum, das Projekt mit Leben zu füllen“, ergänzt Volkmarsens Bürgermeister Hendrik Vahle. Um vielfältig zu profitieren, setzt man auf die Nutzung von Förderprogrammen und die Teilnahme an Wettbewerben. Zuerst werden dafür ein Aktionsplan erstellt, ein Controlling aufgebaut und die Homepage als Infotool neu aufgesetzt, bevor die faire Verteilung von Fördermitteln, Lasten und Kosten vorgenommen werden kann.

https://www.wlz-online.de/waldeck/bad-arolsen/nordwaldecker-klimaschutzmanager-tritt-dienst-an-94275950.html